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Friedrich Vordemberge-Gildewart

Im Jahre 1997 gelangte das reichhaltige Archiv des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart durch die großzügige Schenkung der gleichnamigen Stiftung in Rapperswil (bei Zürich) in das Museum Wiesbaden. Dieser Bestand erweist sich in mehrfacher Hinsicht als wissenschaftlicher Glücksfall – so birgt er nicht nur wertvolle Autografen und Typoskripte, sondern auch Fotografien und weitere Dokumente, anhand derer sich die Karriere und das Leben des Künstlers sowie die seines professionellen wie privaten Umfelds ablesen lassen.

Zu den besonders wichtigen Objekten zählen neben Selbstzeugnissen wie dem Fragment gebliebenen Manuskript seiner Autobiografie. Entwürfe und Endfassungen von Fachvorträgen. Die künstlerischen Arbeiten sind durch seine Werkstatt- und Skizzenbücher eindrücklich dokumentiert, in einer Kartei grundlegend erfasst und ihr Dialog mit anderen Kunstwerken sowie Ausstellungsräumen und -publikum durch entsprechende Fotos oder Zeitungsartikel nachzuvollziehen. Genese, Ausstellungshistorie oder auch Besitzerwechsel der Arbeiten Vordemberge-Gilderwarts werden so transparent.

Einen besonderen Schatz des Archivs stellen auch illustrierte Gästebücher, das Adressbuch, Kalender sowie die Kunstbibliothek und Privatfotografien des Künstlers und seiner Ehefrau Ilse Leda dar. War es zu ihrer Zeit nicht unüblich, dass Ehefrauen einen Großteil der Künstlerkorrespondenz führten, so geht auch die erste Ordnung des Archivs auf die Initiative Ilse Leda zurück. Aufgrund der hohen Anzahl und den besonderen konservatorischen Anforderungen einzelner Objekte, besteht trotz bisheriger Maßnahmen im Museum die Notwendigkeit fort, den Bestand lückenlos, in materialgerechter Weise und dennoch für die Forschung zielführend konsultierbar aufzubewahren. Dem aktuellen Zustand soll in nächster Zeit mit einer detaillierten Erfassung in einem Findbuch und langfristig mit der Dokumentation in einer digitalen Datenbank begegnet werden. Selbstredend wird dies einige Zeit dauern, aber nichts daran ändern, dass ForscherInnen im Archiv, das auch die ehemalige Bibliothek des Künstlers enthält, herzlich willkommen sind, um Einblick in das berufliche und private Netzwerk des Künstlers zu gewinnen, wozu einzelne bildende und andere KünstlerInnen, Künstlervereinigungen, SammlerInnen, Galeristen, Verleger und viele andere Persönlichkeiten zählen.