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„nichts – und alles“
Der De-Stijl-Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart

25 Nov 2012 — 26 Mai 2013

Am 19. Dezember 2012 jährt sich der Todestag von Friedrich Vordemberge- Gildewart (1899–1962) zum fünfzigsten Mal. Aus diesem Anlass präsentiert das Museum Wiesbaden eine Ausstellung unter dem Titel „nichts – und alles“ – ein Zitat aus dem Gästebuch des Künstlers, das sich übertragen lässt auf sein Werk, dessen klarer Ausdruck verborgener Komplexität bis heute junge Künstler inspiriert.

Friedrich Vordemberge-Gildewart gehörte der ersten Stunde des deutschen Konstruktivismus sowie mehreren avantgardistischen Künstlerkreisen an. Unter anderem wurde er bekannt, indem er sich 1925 der holländischen Künstlergruppe De Stijl um Piet Mondrian und Theo van Doesburg anschloss und weil er während seines Exils ab 1937 in Amsterdam im Umkreis Max Beckmanns arbeitete. Internationale Ausstellungen, sein Wirken als Leiter der Abteilung Visuelle Kommunikation an der von Max Bill mitbegründeten Hochschule für Gestaltung in Ulm ab 1955, seine Teilnahme an den Biennalen in Venedig (1952) und São Paolo (1953) oder an der documenta in Kassel in den Jahren 1955 und 1959, vor allem jedoch die hervorragende Qualität und Vielseitigkeit seines Werks begründen die Präsenz seiner Werke in renommierten internationalen Museen.

Nach intensiver Forschungs- und Ausstellungstätigkeit zu Vordemberge- Gildewart entschloss sich die seinem Andenken gewidmete Vordemberge- Gildewart Stiftung in Rapperswil (bei Zürich) 1997 zu einer großzügigen Schenkung des biographisch-künstlerischen Nachlasses an das Museum Wiesbaden.

Aus dem Museumsbestand werden die bedeutendsten Arbeiten der unterschiedlichen Werkgruppen des Künstlers zu sehen sein, die mit teils unveröffentlichten Objekten und Dokumenten des Archivs vereint werden, um ihn nicht nur als Maler, sondern auch als Innenarchitekt, Baugestalter und Typograf vorzustellen. 

Ein reich illustriertes Katalogbuch erscheint in einer deutschen und einer englischen Ausgabe. Ausstellung und Katalogbuch werden gefördert durch die Stiftung Vordemberg-Gildewart in Rapperswil (Schweiz), dem letzten Wohnort der Künstlerwitwe Ilse Leda, nach deren Testament das Vordemberge-Gildewart-Stipendium ausgelobt wird.