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Beuys 100

Interventionen zum Jubiläumsjahr

3 Jul 21 — 12 Okt 21

Joseph Beuys: Ohne Titel (Sanitätstasche) um 1978 Sanitätstasche aus Segeltuch, überarbeitet Foto: Museum Wiesbaden / Peter Quirin © VG-Bild Kunst, Bonn 2021

„Ich muß aber auch andere Menschen an die Sache heranführen, also ich muß sofort in ein Gespräch mit anderen Menschen kommen und deren Argumente hören, denn ich kann nicht behaupten, daß das, was ich herausgestellt habe, etwas ist was objektiv und nach allen Seiten hin richtig ist [...] was ich hier herausgebracht habe, ist das Ergebnis meiner Arbeit und bitte jetzt weitergehende Argumente, denn ich bin ja in der Entwicklung.“

Joseph Beuys im Gespräch mit Volker Harlan; Werkstattgespräch, Was ist Kunst? Bochum 1979

Joseph Beuys (1921—1986) ist einer der wichtigsten deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Entdeckung ist der erweiterte Kunstbegriff: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Seitdem steht jede und jeder täglich vor der Entscheidung, jegliches Tun und Lassen unter den Anspruch „Kunst“ zu stellen sowie Kraft und Potential dieser Wahl zu verantworten. Es liegt auf der Hand, dass man dazu nicht unbedingt an einer Kunstakademie studiert haben muss, sondern alle Menschen hier als Künstler gefragt sind, in allen Lebens- und Arbeitsbereichen der Gesellschaft. So kann man sich auch den Krisen der Gegenwart aus einem künstlerischen Impuls heraus zuwenden.

Das Museum Wiesbaden besitzt eine bedeutende Beuys-Sammlung, die der Medizinhistoriker Prof. Dr. Dr. Axel Hinrich Murken zusammentrug. Über Jahre beschäftigten sich Beuys und Murken gemeinsam mit der Frage nach den Heilkräften der Kunst. Wir nehmen den 100. Geburtstag des Ausnahmekünstlers zum Anlass, um das besondere künstlerische Potential der Beuys’schen Werke zu aktivieren. Dazu finden im Laufe des Jahres drei Interventionswochen statt.

 

Intervention
„Bis alles gesagt ist —
Gespräche im Beuys-Raum zu den Heilkräften der Kunst"

3—11 Jul 2021

Beuys-Blume, GESPRÄCH über BÄUME 1982 Galerie Magers, Bonn Offsetdruck in grün nach einer Zeichnung von Johannes Blume, signiert von Beuys und von Blume, mit Stempelabdruck „DIE REINE VERNUNFT IST GRÜN“. Foto: Museum Wiesbaden / Ed Restle © VG-Bild Kunst, Bonn 2021
Beuys-Blume, GESPRÄCH über BÄUME 1982 Galerie Magers, Bonn Offsetdruck in grün nach einer Zeichnung von Johannes Blume, signiert von Beuys und von Blume, mit Stempelabdruck „DIE REINE VERNUNFT IST GRÜN“. Foto: Museum Wiesbaden / Ed Restle © VG-Bild Kunst, Bonn 2021

Joseph Beuys (1921—1986) hat den Kunstbegriff erweitert: Jeder Mensch ein Künstler. Seitdem steht jede und jeder täglich vor der Entscheidung, sein Tun und Lassen unter den Anspruch „Kunst“ zu stellen und die Folgen zu verantworten. Was ist Kunst? Wer entscheidet das? Kann das wirklich jeder Mensch? Was kann ich verantworten? Gibt es dafür Beispiele? Zu all diesen Themen, Fragen, Einwänden wird im Museum Wiesbaden „Bis alles gesagt ist“ miteinander gesprochen und gehört. Auch das Hören ist eine Kunst. Alle Menschen sind eingeladen.

Zwei Zeitgenossen sind eine Woche Gastgeber im Beuys-Raum des Museums Wiesbaden, umgeben von Werken von Joseph Beuys aus der Sammlung Axel Hinrich Murken. Während der gesamten Öffnungszeit von 66 Stunden stehen Matthias Schenk (Wiesbaden) und Gerhard Schuster (Wien und Bochum) den Besucherinnen und Besuchern für Begegnungen bereit, insbesondere sind auch junge Menschen dazu eingeladen. Gemeinsam geht es um die Beforschung der Heilkräfte der Kunst. Niemand muss schon etwas wissen oder vorbereiten. Die einzige Bedingung ist das bedingungslose Interesse, aneinander und am dem, was geschieht.

Programm Museum Wiesbaden

3—11 Jul 2021
täglich ganztägig
Ganztägig freie und individuelle Gesprächsmöglichkeiten im Beuys-Raum während der Öffnungszeiten des Museums. An den Vormittagen sind insbesondere Kitas und Schulklassen (mit Voranmeldung) eingeladen.

Jeden Mittag um 12:30 Uhr gibt es einen kurzen
Nach-Tisch mit Joseph Beuys

Jeden Tag eine Stunde vor Schließung des Museums wird ein Zwischenergebnis gefasst.

Am So, 11 Jul 2021, ab 16:00 Uhr wird die Ernte der
Gespräche und Begegnungen gesammelt.

Diese Intervention wendet sich an alle Interessierten, an Studierende, Schülerinnen und Schüler, an Kinder in Kitas und Kindergärten, an Einrichtungen für Menschen mit Assistenzbedarf, an Einrichtungen für das Leben im Alter, an Freizeitgruppen, Teams und Arbeitsgruppen. Was uns verbindet ist das Interesse für die Heilkräfte im Menschen, in der Natur und in der Gesellschaft, besonders die Heilkräfte in Schulen, Kitas und Kindergärten.

Zu den Personen

Matthias Schenk (Wiesbaden, Gesamtkunstwerk Schloss Freudenberg)
Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens. Er begegnete Joseph Beuys in Rorschach/Bodensee; „Aktive Neutralität“, wo er vorschlug mitten auf dem See eine permanente Konferenz zu internationalen Fragen zu veranstalten. Beuys hat mit drei Vorarbeiten das Konzept Schloss Freudenberg impulsiert (Gut Schirmau, 1981, Gesamtkunstwerk Freie- und Hansestadt Hamburg, 1983, Omnibus für Direkte Demokratie).

Gerhard Schuster (Wien und Bochum)
arbeitet für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus im Internationalen Kulturzentrum Achberg, setzt sich mit der European Credit Initiative für neue Wege der Wirtschaft und des Geldes ein und ist für direkte Demokratie aktiv. Mit dem Projekt European Public Sphere führt er Gespräche zur Zukunft Europas.

Intervention
„Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden —
Gespräche über Demokratie"

27—30 Jul 2021

BEUYS. Aus Berlin: Neues vom Kojoten 1979 Ronald Feldman Fine Arts, New York Offsetdruck, signiert Foto: Museum Wiesbaden / Ed Restle © VG-Bild Kunst, Bonn 2021
BEUYS. Aus Berlin: Neues vom Kojoten 1979 Ronald Feldman Fine Arts, New York Offsetdruck, signiert Foto: Museum Wiesbaden / Ed Restle © VG-Bild Kunst, Bonn 2021

„Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen“ (Joseph Beuys). Um eine neue Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung zu gestalten, ist die Volksabstimmung Instrument und Bedingung. Sie wurde von Beuys maßgeblich mit entwickelt, der 1971 die „Organisation für Direkte Demokratie durch Volksabstimmung“ in Düsseldorf gründete. 1987 startete auf der documenta 8 der erste OMNIBUS für Direkte Demokratie. 2021 organisiert der OMNIBUS gemeinsam mit vielen Menschen und Organisationen parallel zur Bundestagswahl die erste bundesweite Volksabstimmung über vier wichtige Zukunftsthemen.

Programm Museum Wiesbaden

27—30 Jul 2021
täglich 10:00—18:00 Uhr
„Die Zukunft, die wir wollen, müssen wir erfinden — Gespräche über Demokratie“

Täglich von 10–18 Uhr können sich alle Besucherinnen und Besucher über die ABSTIMMUNG21 am OMNIBUS informieren und direkt teilnehmen.

 

 

VORTRAG
18:00 Uhr

Do, 29 Jul 2021

Brigitte Krenkers, Initiatorin und Gesellschafterin des OMNIBUS für Direkte Demokratie gGmbH, und Werner Küppers,Autodidakt, Kapitän des weißen OMNIBUS für Direkte Demokratie: „Joseph Beuys und die Direkte Demokratie

Intervention
„Die Heilkräfte der Kunst“

5—12 Okt 2021

© OMNIBUS für Direkte Demokratie
© OMNIBUS für Direkte Demokratie

Der OMNIBUS für Direkte Demokratie parkt für eine Woche vor dem Museum und öffnet seine Türen für Gespräche über Grundfragen unserer Gesellschaft, nämlich Demokratie und Geld. Im Museum wird das Kraftfeld der Kunstwerke täglich durch eine immersive Performance genutzt, die Katharina Schenk und Ensemble entwickeln. Ihr „Kreditinstitut für neue Geldflüsse“ steht allen Besucherinnen und Besucher offen. Eine Reihe an Referenten wird in abendlichen Vorträgen Beuys‘ Ansatz zu den Heilkräften der Kunst und ihr Diagnosepotential für die Geldfrage behandeln. Am Wochenende ziehen die Performance und der OMNIBUS für Direkte Demokratie zum Schloss Freudenberg.

Programm Museum Wiesbaden

5—8 Okt 2021
täglich 10:00—18:00 Uhr
OMNIBUS für Direkte Demokratie gGmbH:
„Jeder Mensch ist ein Künstler — Gespräche über Demokratie und Geld“

1971 gründete Joseph Beuys die „Organisation für Direkte Demokratie durch Volksabstimmung“ in Düsseldorf, sein Leben lang arbeitete der Künstler für diese Idee. 1987 startete auf der documenta 8 der erste blaue OMNIBUS für Direkte Demokratie. Er steht heute im Park von Schloss Freudenberg und ist von Bienen bewohnt. Um die Gespräche zu Demokratie und Geld weiter voranzutreiben, parkt der neue weiße OMNIBUS für Direkte Demokratie erneut für eine Woche vor den Türen des Museums Wiesbaden und lädt alle Interessierten zum Mitdenken ein.

5—8 Okt 2021
täglich 10:00—15:00 Uhr
Immersive Performance von Katharina Schenk und Ensemble:
„Kreditinstitut für neue Geldflüsse — Forschen, Vertrauen, Heilen“

Im Museum Wiesbaden wird ein Staunfeld installiert. Künstlerinnen und Künstler sowie Aktivisten verwandeln das Museum in ein „Kreditinstitut für neue Geldflüsse“. Das Credo lautet: „Ich vertraue auf mein Vorhaben - Ich glaube an Dein Vorhaben.“ Um zu einem Verständnis von Freiheit, Bedingungslosigkeit und Demokratie zu gelangen, braucht es den Zustand des Staunens. Die Kunst selbst ist dafür das Experimentierfeld.

Die Performance entwickelt ein immersives Spiel: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für neue Geldflüsse evozieren und provozieren: Was ist dein Vorhaben, woran glaubst Du? Stell dir vor, Du kannst in einem Kreditinstitut dein Vorhaben vorstellen und die Kreditwürdigkeit ist nicht an Profit und Rentabilität geknüpft, sondern an einen Sinn. Deinen Sinn. Das Publikum erlebt eine theatrale, performative Museumsführung. Durch acht Performer / Performerinnen arbeiten die Gäste mit und an den Arbeiten von Joseph Beuys in der Sammlung Murken.

 

Führungen durch die Beuys-Sammlung

5—7 Okt 2021, täglich 16:00 Uhr
Mit Dr. Jörg Daur, Kustos für zeitgenössische Kunst, Museum Wiesbaden

8 Okt 2021, 16:30—18:00 Uhr
Mit Johannes Stüttgen, Künstler und Meisterschüler von Joseph, Düsseldorf

 

 

VORTRÄGE

jeweils 18:00 Uhr

Di, 5 Okt 2021
Philip Kovce, Ökonom und Autor, forscht u.a. an der Götz-Werner Professur für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: „Die Kunst des Grundeinkommens — Über Bedingungen der Bedingungslosigkeit“
In Kooperation mit der Freien Waldorfschule Wiesbaden im Rahmen der „Zukunftsgespräche“.

Mi, 6 Okt 2021
Michael von der Lohe und Kurt Wilhelmi, OMNIBUS für Direkte Demokratie: „Das Geld in der Sozialen Plastik“ 

Do, 7 Okt 2021
Prof. Dr. Dr. Axel Hinrich Murken, Herzogenrath: „Begegnungen mit Joseph Beuys (1968 bis 1984)“
(Moderation: Dr. Jörg Daur, Museum Wiesbaden)

Fr, 8 Okt 2021

Johannes Stüttgen, Künstler und Meisterschüler von Joseph Beuys, Düsseldorf: „Die Heilung des Geldes“
In Kooperation mit den Freunden des Museums Wiesbaden e. V.

Di, 12 Okt 2021
Tobi Rosswog, Aktivist und Autor, Salzderhelden: „Geldfreier Leben — Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens“

Programm Schloss Freudenberg

Sa, 9 Okt 2021, 15:00—18:00 Uhr
Symposium „Wie verwandeln wir die Wirtschaft und den Geldbegriff in eine Soziale Plastik?"

So, 10 Okt 2021, 9:30—13:00 Uhr
OMNIBUS-Arbeitskreis Geld mit einem öffentlichen Ringgespräch zum Thema „Der ökologische Geldkreislauf"

Blicke in die Ausstellung im Museum Wiesbaden

Mit freundlicher Unterstützung von
 dm-drogerie markt GmbH + Co. KG –Partner der „Intervention Beuys100 – Heilkräfte der Kunst“

Kalender

Jul 21

Sa 03
10:00 —18:00
BEUYS 100

Bis alles gesagt ist — Gespräche im Beuys-Raum

Mit Matthias Schenk und Gerhard Schuster

Matthias Schenk (Wiesbaden) und Gerhard Schuster (Wien und Bochum) sind eine Woche Gastgeber im Beuys-Raum. Während der gesamten Öffnungszeit stehen sie den Besucherinnen und Besuchern für Begegnungen bereit, insbesondere sind auch junge Menschen dazu eingeladen. Gemeinsam geht es um die Beforschung der Heilkräfte der Kunst. Niemand muss schon etwas wissen oder vorbereiten. Die einzige Bedingung ist das bedingungslose Interesse, aneinander und an dem, was geschieht.

Jeden Mittag um 12:30 Uhr gibt es einen kurzen Nach-Tisch mit Joseph Beuys

Jeden Tag eine Stunde vor Schließung des Museums wird ein Zwischenergebnis gefasst.

So 04
10:00 —18:00
BEUYS 100

Bis alles gesagt ist — Gespräche im Beuys-Raum

Mit Matthias Schenk und Gerhard Schuster

Matthias Schenk (Wiesbaden) und Gerhard Schuster (Wien und Bochum) sind eine Woche Gastgeber im Beuys-Raum. Während der gesamten Öffnungszeit stehen sie den Besucherinnen und Besuchern für Begegnungen bereit, insbesondere sind auch junge Menschen dazu eingeladen. Gemeinsam geht es um die Beforschung der Heilkräfte der Kunst. Niemand muss schon etwas wissen oder vorbereiten. Die einzige Bedingung ist das bedingungslose Interesse, aneinander und an dem, was geschieht.

Jeden Mittag um 12:30 Uhr gibt es einen kurzen Nach-Tisch mit Joseph Beuys

Jeden Tag eine Stunde vor Schließung des Museums wird ein Zwischenergebnis gefasst.

Di 06
10:00 —20:00
BEUYS 100

Bis alles gesagt ist — Gespräche im Beuys-Raum

Mit Matthias Schenk und Gerhard Schuster

Matthias Schenk (Wiesbaden) und Gerhard Schuster (Wien und Bochum) sind eine Woche Gastgeber im Beuys-Raum. Während der gesamten Öffnungszeit stehen sie den Besucherinnen und Besuchern für Begegnungen bereit, insbesondere sind auch junge Menschen dazu eingeladen. Gemeinsam geht es um die Beforschung der Heilkräfte der Kunst. Niemand muss schon etwas wissen oder vorbereiten. Die einzige Bedingung ist das bedingungslose Interesse, aneinander und an dem, was geschieht.

Jeden Mittag um 12:30 Uhr gibt es einen kurzen Nach-Tisch mit Joseph Beuys

Jeden Tag eine Stunde vor Schließung des Museums wird ein Zwischenergebnis gefasst.

Weitere Termine

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