The House of Dust auf dem Kranzplatz Wiesbaden, 2021. Foto: Wolfgang Günzel
Von Juni 2021 bis Oktober 2024 sorgte Alison Knowles‘ Installation The House of Dust für einige neugierige Blicke und erinnerungswürdige Erlebnisse auf dem Kranzplatz Wiesbaden. Eine Edition in Kooperation mit tinyBe. Living in a sculpture, dem Museum Wiesbaden und der Künstlerin kann nun im Museumsshop erworben werden.
Ursprünglich nur temporär im Rahmen des Projekts tinyBe. living in a sculpture auf dem Kranzplatz in Wiesbaden installiert, entwickelte sich ein ganz besonderes „Tiny House“ zu einem neuen, ungewöhnlichen und lebendigen Ort der Begegnung: The House of Dust von Alison Knowles. Mit Referenz auf Wiesbaden als Kurort und angelehnt an die Form einer Muschel aus dem Atelier der Künstlerin, entstand im Sommer 2021 ein überdimensioniertes 3D-Lehmdruckgebilde, das nicht nur wegen seiner Machart zahlreiche Schaulustige und Interessierte anzog.
Das The House of Dust „atmete“ – durch Performances, Gespräche, Übernachtungen, Gesang und Kerzenschein. Bis in den Herbst 2024, viel länger als ursprünglich geplant, wurde es umrundet, bestaunt, bewohnt, und hielt, wider alle Erwartungen, den Gezeiten stand. Nichts neues für The House of Dust: bereits seit 1967 wandelt es als ein sich weiterentwickelndes und generatives Kunstwerk an neuen Standorten und in neuen Ausdrucksformen. Gemeinsam mit dem Komponisten James Tenney entwickelte Alison Knowles ein computerbasiertes Kodierungssystem, das immer wieder neue vierzeilige Gedichte auf Endlospapier druckt, die alle verschiedene Häuser, ihre Standorte, ihre Beleuchtung und ihre Bewohner:innen beschreibt – der Vierzeiler, auf dessen Basis das Wiesbadener The House of Dust errichtet wurde, war:
A house of dust
On open ground
Lit by natural light
Inhabited by friends and enemies
In den letzten 60 Jahren wurde The House of Dust unter anderem in Chelsea errichtet, in den 1970er Jahren auf dem Gelände des CalArts Institute in Kalifornien, war Treffpunkt von studentischen Projekten, konnte wie in Wiesbaden als „Tiny House“ gemietet werden und wurde vom Kollektiv IDA FLUX zum feierlichen Farewell in Wiesbaden performativ verabschiedet.
The House of Dust ist daher im wahrsten Sinne des Wortes ein gänzlich unangepasstes Kunstwerk, das immer in Bewegung ist – und weiterhin in Bewegung sein wird! Es überraschte uns daher wenig, als Alison Knowles bei unserem ersten gemeinsamen Videocall mit Cornelia Saalfrank (Initiatorin von tinyBe) und mir, eine kleine Glasflasche in die Kamera hielt. Sie war ein Gegenstand, der wie vieles in Alisons Atelier über die Jahre in ihren Besitz gefunden hat – ohne, dass sie im ersten Moment wusste, was damit passieren soll. Mit dem Wissen um das Ende der Installation in Wiesbaden war jedoch nun völlig klar: Die Glasflasche soll eine mobile Form für Teile der Wiesbadener Installation werden.
In Kooperation mit tinyBe entstand nach dem Abbau der Installation eine limitierte Edition in Form einer kleinen Glasflasche, die an das von der Künstlerin gefundene Gefäß erinnert. Darin rascheln die materiellen Überbleibsel des The House of Dust – werden darin zu einem neuen Klangkörper, einer Art Gedächtnisbehälter, der das Haus weiterträgt und ihm eine neue Form gibt. Gespickt mit einem neuen Vierzeiler-Gedicht, ist es nun ein kleines, mobiles Fortleben, etwas, das man in der Hand halten, mitnehmen und anhören kann. Und es trägt den Kerngedanken von The House of Dust weiter: Kunst kann, ja geradezu muss, auch und vor allem außerhalb von Institutionen stattfinden.
In limitierter Stückzahl ist die Edition für EUR 99,- ab sofort im Museumsshop erhältlich. Schnell sein lohnt sich!
Exklusive Edition mit Lehm des „The House of Dust“ von Alison Knowles
Etikettiert, handsigniert und nummeriert
Lehmstücke des 3D-Drucks des „The House of Dust“ (1967/2021)
in einer Glasflasche mit Korken
Maße 11,5cm x 6,5cm x 6,5cm, in Pappkarton, Maße 23cm x 10,5cm x 10,5cm
Autorin: Jana Dennhard