Wissenschaft & Forschung

Soweit möglich, werden Objekte der Sammlungen für die wissenschaftliche  Bearbeitung, für Lehrveranstaltungen und Ausstellungen ausgeliehen. Anfragen bitten wir rechtzeitig zu stellen und ausreichend über die
gewünschten Objekte zu informieren. Bitte wenden Sie sich an die Abteilung.

Forschung in den Naturhistorischen Sammlungen

Forschung in den Naturhistorischen Sammlungen

Die Naturhistorischen Sammlungen verfügen über umfangreiche Sammlungen, die insbesondere durch externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bearbeitet werden. Die Kuratorinnen und Kuratoren der Abteilung beschäftigen sich primär mit diesen Sammlungen und arbeiten im Speziellen an folgenden Themen.

Forschungsschwerpunkte

Raubfliegen (Diptera: Asilidae)

Am Museum Wiesbaden befindet sich der internationale Informationsknoten für die Tierfamilie der Raubfliegen (externer Link). Für eine der größten taxonomischen Gruppen werden am Landesmuseum von Fritz Geller-Grimm alle relevanten wissenschaftlichen Quellen zusammengetragen und online zur Verfügung gestellt. Im Fokus eigener Arbeiten stehen Alphataxonomie, die Erstellung von Katalogen, Bestimmungshilfen und die Untersuchung des Verhaltens.

Dolopus simulans aus Brisbane. Foto: Museum Wiesbaden / Fritz Geller-Grimm
Dolopus simulans aus Brisbane. Foto: Museum Wiesbaden / Fritz Geller-Grimm

Gazellen (Artiodactyla: Bovidae)

Die wissenschaftliche Bearbeitung der Hornträger (Bovidae) wird im Museum Wiesbaden von Dr. Hannes Lerp durchgeführt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Gruppe der Gazellen. Mit Hilfe molekularbiologischer und morphologischer Methoden kann ihre evolutionäre Geschichte analysiert werden. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern ließ sich zeigen, dass die Gattung Gazella wahrscheinlich auf der Arabischen Halbinsel entstanden ist und sich von dort nach Asien und Afrika ausbreiten konnte. Dabei sind verschiedene Arten entstanden, die sich mehrfach unabhängig an unterschiedliche Bedingungen innerhalb der trockenen Wüsten- und Halbwüstenlebensräume angepasst haben. Eine Auswahl seiner Publikationen finden Sie hier (externer Link).

Junge Sandgazelle (Gazella marica) im King Khalid Wildlife Research Centre, Saudi-Arabien. Foto: Museum Wiesbaden / Hannes Lerp
Junge Sandgazelle (Gazella marica) im King Khalid Wildlife Research Centre, Saudi-Arabien. Foto: Museum Wiesbaden / Hannes Lerp

Farbmittel

Die Naturhistorische Sammlungen präsentieren sich mit 150 Farbmitteln in der Dauerausstellung Ästhetik der Natur. Susanne Kridlo geht, seit dieses Ausstellungsmodul 2013 in Zusammenarbeit mit dem Farbforscher und Künstler Stefan Muntwyler erstellt wurde, den Geschichten von Pigmenten und Farbstoffen nach. 2018 präsentierte sie eine Studienausstellung mit Hessischen Farbgeschichten. Sie beschäftigte sich etwa mit Geschichte des Blauen Ländchens bei Naststätten und den Anfängen der Farbstoffchemie am Main. Eine Sammlung von Farbmitteln entsteht und das Museum ist dankbar für Hinweise. Es werden Bestände von historischen Pigmenten und Farbstoffen gesucht. Insbesondere sind auch natürliche Ausgangsprodukte für Farbmittel, wie Minerale und Erdfarben von Interesse.

Ausschnitt aus Farbmusterbuch, Dianilfarben auf Baumwollgarn. Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning, um 1923  (MWNHFA-0152). Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
Ausschnitt aus Farbmusterbuch, Dianilfarben auf Baumwollgarn. Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning, um 1923 (MWNHFA-0152). Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Pomologie und Mykologie

Die wissenschaftliche Bearbeitung und kulturhistorische Forschung im Bereich der Pomologie wird im Museum Wiesbaden von Ulrich Kaiser durchgeführt. Aus dieser Arbeit entstand die kommentierte Erstveröffentlichung von Richard Zorns Verzeichnis (externer Link) aller in Deutschland angebauten Kernobstsorten, die dessen Hauptwerk (1896–1944) umfasst. Die Beschreibungen Zorn dienen dem Wiederentdecken und Erhalt alter, regionaler Apfelsorten. Mit dem Bewahren dieser Sorten bleiben die nutzbaren genetischen Ressourcen erhalten und wird ein Beitrag zur biologischen und kulturellen Vielfalt geleistet. Zudem widmet sich Ulrich Kaiser Fragestellungen aus dem Bereich der Mykologie.

Goldparmäne (Malus domestica), Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
Goldparmäne (Malus domestica), Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Ethnologische Forschung

Die ethnologischen Bestände in den naturhistorischen Sammlungen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück und stehen im Fokus von Dr. Andy Reymann. Sie entstanden als Ergebnis der meist universellen Neugier naturwissenschaftlich interessierter Missionare, Kaufleute und Reisender. Neben der Klärung der Provenienzen und Eingangsumstände widmet sich die ethnologische Forschung am Museum Wiesbaden dabei vor allem der objektbasierten Rekonstruktion vergangener Lebensrealitäten. Mehr zu seiner Forschung finden Sie hier (externer Link).

Rituelle Drohbriefe der indonesischen Batak, 2. Hälfte 19. Jahrhundert. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
Rituelle Drohbriefe der indonesischen Batak, 2. Hälfte 19. Jahrhundert. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Paläontologie und Paläoklima

Seit der Entstehung des Lebens, haben Organismen Spuren ihrer Existenz in Form von Skeletten, Schalen oder Abdrücken auf der Erde hinterlassen. In einem Wort: Fossilien. Die paläontologische Sammlung des Museums Wiesbaden gehört zu den bedeutsamen Kollektionen der Devonischen, Tertiären und Quartären Tier- und Pflanzenwelt Deutschlands. Diese sind der Fokus von Dr. Eric Otto Walliser, der sich mit der Untersuchung ihrer paläoklimatischen Bedeutung befasst. Die dreidimensionale Form, das Alter und die chemische Beschaffenheit von Fossilien werden untersucht, um Umweltbedingungen aus diesen Zeitintervallen der Erdgeschichte zu rekonstruieren. Solche Informationen sind für die moderne Klimaforschung äußerst wertvoll und verbessern unser Wissen zum aktuellen Klimawandel.

Eine Auswahl seiner Publikationen finden Sie hier (externer Link).

Glycymeris planicostalis aus Alzey-Weinheim, Oligozän. Foto: Museum Wiesbaden
Glycymeris planicostalis aus Alzey-Weinheim, Oligozän. Foto: Museum Wiesbaden

Kalender

  • Mi
    29 Sep
    12:15—12:35
    Jugendstil: Der Maler Karl Wilhelm Diefenbach
  • Do
    30 Sep
    16:30—18:30
    Joseph Beuys

Bildungsangebote
für pädagogische Gruppen

Das Museum Wiesbaden bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen für jede Altersklasse an. Ob Führungen, Workshops für Kitas und Schulen, Lehrerfortbildungen, Angebote für Studierende, private Gruppen oder Familien mit Kindern.

Diese Website verwendet Cookies. Mit dem Besuch der Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen.