Aus Anlass des Gastspiels Nearly Ninety/2 der Merce Cunningham Dance Company im Wiesbadener Staatstheater zeigt das Museum Wiesbaden eine Auswahl von 32 Zeichnungen des 2009 verstorbenen Künstlers sowie Videoaufnahmen seiner Tanzstücke – aufgenommen und dokumentiert von Charles Atlas.

Cunningham, einer der bedeutendsten Choreografen und Tänzer seit den 1950er Jahren und langjähriger Arbeits- und Lebenspartner des Komponisten John Cage, hatte von Anfang an intensive Beziehungen zur bildenden Kunst. Er war eng befreundet mit Jasper Johns und Robert Rauschenberg und letzterer entwarf mehrfach die Bühnenbilder zu seinen Choreografien. Cunningham war aber auch selbst als Künstler schöpferisch aktiv. Seine choreographischen Notizen sind Beispiele eines erstaunlichen bildnerischen Gestaltungsreichtums. Zudem hat Cunningham ein Konvolut eigener Zeichnungen hinterlassen. Seine realen und imaginären Pflanzen, Tiere und  Menschen lassen sich lesen als Ausdruck seines Interesses an der statischen und der bewegten Form. Wie Cage, setzte auch Cunningham auf das Moment von Zufallsprozessen in der Natur und darauf, in seinen Choreografien die Natur in ihrer Wirkungsweise zur Geltung zu bringen. Seine Tier- und Pflanzenstudien sind Metaphern dieser Auseinandersetzung.

In Fortsetzung der Kooperationsprojekte mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden würdigt nun das Museum Wiesbaden Merce Cunningham mit einer Kabinett-Ausstellung.

Vortragsabend
Merce Cunningham – Ein vielfältiger Künstler

Vortrag und Gespräch über seine Choreographien, die Musik und seine Zeichnungen am Dienstag, den 24. Mai 2011, 19.00 Uhr

Mit:
Wiebke Hüster (Tanzkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Ernst August Klötzke (Komponist und Leiter der musik-theater-werkstatt am Staatstheater Wiesbaden), Dr. Alexander Klar und Dr. Jörg Daur (Museum Wiesbaden)