Women* & Type

Call for Flags

10 Jul 26 — 3 Okt 26

Das Museum geht auf die Straße und holt die Straße ins Museum.

Das Museum Wiesbaden initiiert ein neues Ausstellungsformat, das gestalterische Positionen von internationalen Typografinnen in den Fokus nimmt.

Schrift verbreitet Wissen und prägt die demokratische Meinungsbildung. Dennoch sind Typografie und Type-Design bis heute männlich dominiert. Seit der Erfindung des Buchdrucks waren Frauen in den Druckwerkstätten ausgeschlossen; erst in den 1920er Jahren durften sie an Kunsthochschulen studieren – und auch dann nur zögerlich in Berufe und Verbände eintreten. Gleichberechtigung blieb aus und ihre Spuren sind bis heute spürbar.

Das Museum Wiesbaden reagiert mit Flagge: Im Rahmen des „World Design Capital“ haben wir internationale Designerinnen eingeladen, typografische Fahnen für die „Rue“ zu gestalten. Im Oktogon werden ihre konzeptionellen Ansätze und individuellen Positionen präsentiert. Ein klares Zeichen für Vielfalt und sichtbare Stimmen in der Schriftgestaltung.

Teilnehmende Gestalterinnen von Women* & Type:

Tereza Bettinardi (São Paulo, Brasilien)
Camille Circlude (Bye Bye Binary) (Brüssel, Belgien)
Benedetta Crippa (Stockholm, Schweden)
Rejane Dal Bello (London, UK / Rio de Janeiro, Brasilien)
Loraine Furter (Brüssel, Belgien)
Minjoo Ham (Berlin, Deutschland / Seoul, Südkorea)
Anja Kaiser (Leipzig, Deutschland)
Golnar Katrahmani (Sari, Iran / Berlin, Deutschland)
Katie Kerr (Tāmaki Makaurau, Auckland / Aotearoa, Neuseeland)
Lavinia Lascaris (Athens, Griechenland / Los Angeles, USA)
Anja Lutz (Berlin, Deutschland)
Verónica Majluf (Lima, Perú)
Flávia Nalon (São Paulo, Brasilien / Hamburg, Deutschland)
Evi O. (Sydney, Australien)
Lizá Marie Défossez Ramalho (Porto, Portugal)
Elaine Ramos (São Paulo, Brasilien)
Tereza Ruller (Amsterdam, Niederlande)
Yah-Leng Yu (Singapur)

3 Ausstellungsorte

Fahnenparcours auf der Wilhelmstraße

Im Sommer 2026 verwandelt sich die Wiesbadener Flaniermeile „Rue“ – zwischen Museum und Kurhaus – in einen lebendigen Fahnenparcours. Die historischen Fassaden der Wilhelmstraße, gesäumt von Museen und Galerien, werden zum offenen Ausstellungsraum für die Arbeiten des „Call for Flags“. Das Projekt erprobt ein neues Format: Ausgehend von der Tradition des Plakats als „Kunst der Straße“ fragt der Parcours nach den Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst – und nach den Verbindungen zwischen Design, Kommerz und öffentlicher Wahrnehmung. Ein fließender Dialog zwischen Stadt, Kunst und Typografie.

„Hall of Femmes“ im Museum Wiesbaden

Im rechten Oktogon des Museums Wiesbaden wird eine „Hall of Femmes“ inszeniert, die Informationen zu allen teilnehmenden Gestalterinnen bietet. Gezeigt werden Interviews (Film), ausgewählte Arbeitsbeispiele sowie gestalterisch-konzeptionelle Details zu den eingereichten Flaggen. Begleitet wird die Ausstellung von Grafikbeständen aus der Sammlung des Museums Wiesbaden.

Women* & Type — Mainz

20—31 Jul 2026 | LUX, Pavillon der Hochschule Mainz
Parallel zum Wiesbadener „Call for Flags“ zeigt der LUX-Pavillon der Hochschule Mainz zwanzig typografische Flaggen junger Gestalter:innen aus dem Studiengang Kommunikationsdesign. In aktivistischen Entwürfen setzen sie sich mit feministischen Positionen in der Typografie auseinander. Die Ausstellung erweitert Women* & Type um eine junge Perspektive und eröffnet Einblicke in die aktuelle Type-Design-Szene am Hochschulstandort Mainz. Das Studienprojekt wird betreut von Prof. Dr. Petra Eisele und Prof. Dr. Isabel Naegele des Instituts Designlabor Gutenberg.

© Sophie Bachmann
© Sophie Bachmann

»Women* & Type« ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum Wiesbaden und dem Institut Designlabor Gutenberg der Hochschule Mainz.

Das Projekt findet im Rahmen des »World Design Capital Frankfurt RheinMain« (WDC) statt, das 2026 zum Thema. »Design for Democracy. Atmospheres for a better Life« im RheinMain-Gebiet veranstaltet wird.

Wir danken den Gestalterinnen Sophie Wolf und Celina Schütz für die Unterstützung des Ausstellungsprojekts.

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