zurück

Intervention — Chunqing Huang

Painter‘s Portrait

25 Mai 21 — 15 Aug 21

Chunqing Huang, Alexej von Jawlensky (Detail), 2016

Im Rahmen der Neupräsentation der Abteilung Klassische Moderne zeigen wir in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wiesbaden eine Intervention der Frankfurter Künstlerin Chunqing Huang.

Das Porträt des Malers meint im Fall dieser eindrücklichen Serie nicht das Bild einer Person, sondern ein Bild, das sich auf ein ganzes Werk bezieht. In kleinen Formaten malt Chunqing Huang das, was ihr zu den Bildern eines Malers, die sie gesehen hat, einfällt. Wäre dieser Akt des Malens ironisch konzipiert, würde man von Pastiches sprechen.

Tatsächlich handelt es sich um eine ernsthafte Aneignung der europäischen Moderne (von Édouard Manet bis Maria Lassnig) durch eine Malerin, die in China geboren wurde, in Peking zur Kunstakademie ging und im Jahr 2000 an die Städelschule in Frankfurt wechselte, wo sie später als Meisterschülerin von Hermann Nitsch abschloss.

Kunsthistorisch würde man von einer Appropriation sprechen, einer gezielten, unerschrockenen Aneignung. Diese gilt dem Duktus, der Farbigkeit, dem Licht — also dem Stil eines Malers. Sie paraphrasiert den Stil, sie nimmt ihn selbst aber nicht an. Selbst die Sujets der Werke scheinen indirekt durch. Dieses Konzept ist durchaus verwirrend. Man muss es am Ergebnis messen. Es entsteht ein inneres Museum europäischer Kunst, eine Miniatur musealer Erfahrungen. Der Ansatz ist ernst, die Ausführung bleibt spielerisch.

Dass sich Huang nicht mit Epochenstudien zufriedengibt, sieht man an ihrer gründlichen Beschäftigung mit den Expressionisten, deren hoch individueller malerischer Eigenheit und piktorialer Lust sie nachspürt. Die „Kunst der Beschreibung“ ist schon auf der Ebene des Wortes keine Kleinigkeit. Hier wird die Beschreibung weitergeführt in ein neues Werk: eine Übermalung.

Painter‘s Portrait

Diese Website verwendet Cookies. Mit dem Besuch der Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen.