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David Hockney
Sechs Märchen der Brüder Grimm

27 Nov 2013 — 19 Jan 2014

Das Land Hessen hat David Hockneys Zyklus „Six Fairy Tales from the Brothers Grimm“ 2009 erworben.

Er hat alle 220 Märchen der Brüder Grimm gelesen und hegte lange den Wunsch, diese Märchen zu illustrieren und daraus ein Buch zu machen. Inspiriert von den volkssprachlichen Texten zeichnete David Hockney, einer der wichtigsten englischen Künstler der Gegenwart, direkt auf einzelne Kupferplatten. So entstand im Jahr 1969 der 39 Radierungen umfassende Zyklus „Six Fairy Tales from the Brothers Grimm“, den das Forum Wissenschaft + Kunst jetzt gemeinsam mit dem Museum Wiesbaden in einer Sonderausstellung im Museum präsentiert.

David Hockney wählte zunächst zwölf sehr unterschiedliche Märchen aus, entschloss sich dann aber, nur sechs für seine Illustrationen zu verwenden: „Rumpelstilzchen“, „Rapunzel“, „Fundevogel“, „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“, „Das Meerhäschen“ und „Oll Rink Rank“. Jedem dieser Märchen gab er eine eigene bildhafte Interpretation. Es sind keine einfachen Umsetzungen der literarischen Vorlagen, vielmehr schuf er Bilder, die eine ganz besondere Stimmung oder ein ganz bestimmtes Detail im jeweiligen Text hervorheben. Hockney war beeindruckt davon, dass die Brüder Grimm volkssprachliche Texte aufgezeichnet hatten und die Märchen auch die Sprache der Erzähler wiedergeben konnten. Besonders faszinierte ihn eine der Märchenzuträgerinnen der Grimms, Dorothea Viehmann, deren Porträt er dem Zyklus voranstellte.

Im Bewusstsein, dass er uralte Überlieferungen umsetzen wollte, ließ sich Hockney bei seinen Illustrationen von verschiedenen Vorbildern anregen. Er machte eine Rheinreise und beschäftigte sich mit der Malerei der Renaissance. Trotzdem sind keine historistischen Bilder entstanden; sein zeitgemäßer und immer wieder humorvoller Zugang zu den Märchen spiegelt sich vielmehr klar in der ausgefeilten Bildfindung der Illustrationen.

Die Ausstellung findet im Museum Wiesbaden in Kooperation mit dem Forum Wissenschaft + Kunst statt.