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August Macke

Paradies! Paradies?

30 Okt — 14 Feb 21

August Macke, Seiltänzer (Detail), 1914, Kunstmuseum Bonn. Foto: Kunstmuseum Bonn / Reni Hansen

AUDIOGUIDE ZUR AUSSTELLUNG

August Macke. Paradies! Paradies?

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„…bei mir ist Arbeiten ein Durchfreuen der Natur, der Sonnenglut und der Bäume, Sträucher, Menschen, Tiere, Blumen und Töpfe, Tische und Stühle, Berge, Wasser beschienenen Werdens…“

August Macke an Hans Thuar, 1910

August Macke, einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten am Beginn des 20. Jahrhunderts, war einer der ersten Maler, der im Ersten Weltkrieg mit gerade einmal 27 Jahren schon Ende September 1914 gefallen ist. Nach dem Krieg wurde von seiner Frau Elisabeth, um einem schnellen Vergessen sogleich entgegenzuwirken, aus dem Nachlass des Künstlers eine „August Macke Gedächtnis-Ausstellung“ mit über 160 Werken organisiert, die im Herbst 1920 auch im Museum Wiesbaden gastierte. Anlässlich dieser vor exakt 100 Jahren durchgeführten umfassenden Retrospektive präsentiert das Museum Wiesbaden in enger Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn August Macke in all seiner Vielfältigkeit.

In der Ausstellung wird Mackes stilistische Entwicklung nachvollziehbar: Ausgehend vom impulsiven Impressionismus eines Lovis Corinth, der kurzzeitig in Berlin sein Lehrer war, trug er durch seine Begegnung mit dem Fauvismus und Futurismus in Paris (Henri Matisse, Robert Delaunay) und die Zugehörigkeit zur 1911 in München gegründeten Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ um Wassily Kandinsky und Franz Marc einen entscheidenden Beitrag zum künstlerischen Aufbruch nach der Jahrhundertwende bei. 1910 kehrt er vom Tegernsee, wo er im Umland Münchens lebte, zurück nach Bonn. Dort entfaltete er aufgrund seiner mannigfaltigen Erfahrungen und seinem intuitiven Gespür für Farben große Wirkung auf die hiesige Kunstszene, etwa als Initiator der „Ausstellung Rheinischer Expressionismus“ im Jahr 1913. Nur ein Jahr zuvor hatte ihm die für die Entwicklung der Avantgarde bedeutende Galerie Thannhauser in München die erste Einzelausstellung ausgerichtet.

Die Wiesbadener Ausstellung beleuchtet anhand sorgfältig ausgewählter Beispiele alle Schaffensphasen August Mackes. Darüber hinaus werden zudem die Medien vorgestellt, in welchen der Künstler tätig war — vom Gemälde über die Zeichnung zur Druckgrafik bis hin zu den atmosphärischen Aquarellen, die vom Thuner See in der Schweiz stammen oder während der berühmten Reise mit Paul Klee und Louis Moilliet im afrikanisch-orientalischen Tunis (April 1914) entstanden waren. Seine bildkünstlerischen Gattungen waren durch und durch klassischer Natur: Landschaft, Stillleben und Porträt. Ein besonderes Augenmerk der Werkschau liegt auf dem positivistischen Menschenbild des Künstlers, das sich nicht nur in seiner Aktkunst offenbart, sondern auch und gerade in seinen vielen Darstellungen des Menschen in der Natur oder dem modischen Flaneur, der sich in den Schaufenstern der Großstadt prismatisch gebrochen schillernd spiegelt. Beschlossen wird die 80 Werke umfassende Retrospektive mit Beispielen seiner abstrakten Kunst und angewandten Entwürfen sowie Arbeiten der Maler, die er von Bonn aus im Rheinland — darunter etwa Heinrich Campendonk oder Heinrich Nauen — inspirierte.

All seine Werke ließen diesen Ausnahmekünstler letztlich, obwohl ihm lediglich zehn Jahre zur Entfaltung blieben, zu einer eigenständigen Stimme im Orchester der Maler werden, die mit aller Macht und dennoch (hier hebt er sich von den anderen Avantgardekünstlern seiner Zeit ab) auf harmonische Art und Weise die Konventionen des ausgehenden 19. Jahrhundert überwinden wollten.

Ausstellungsansichten

„Persönliche Begegnungen mit Wassily Kandinsky, Franz Marc oder Robert Delaunay waren es, die August Mackes späteren Bildern eine zeitgemäße kaleidoskopartige Fragilität verliehen, wodurch seine farbenprächtigen paradiesischen Bilder bei aller Heiterkeit zugleich einen melancholischen Charakter der Vergänglichkeit in sich tragen.“

Zitat von Dr. Roman Zieglgänsberger, Kurator der Ausstellung

Ausgewählte Werke

Audioguide in der MuWi App

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Bildungsangebote
für pädagogische Gruppen

Pädagogische Gruppen haben bei uns freien Eintritt (inklusive zwei Begleitpersonen).

KONTAKT UND ANMELDUNG
Gruppen ohne Buchung bitten wir ebenfalls um eine vorherige Anmeldung.
Telefon: 0611 335 2185 oder edu@museum-wiesbaden.de

Einfache Führung
Dauer: 45 min (1 Schulstunde)
Kosten: 45,— Euro

Erweiterte Führung
Dauer: 90 min (2 Schulstunden)
Kosten: 75,— Euro

Führung mit Workshop
Workshops bestehen aus einer Ausstellungsführung und anschließendem Arbeiten im Atelier.
Dauer: 135 min (3 Schulstunden)
Kosten: 90,— Euro zzgl. Materialkosten 0,50 Euro je Kind

FÜHRUNGEN FÜR KITAS

1
Flanierende Menschen, Hutladen und ein bunter Papagei

Schaut euch diese Bilder an!
Hier ein Papagei in einem Zoo, dort ein rotes Schloss in einem geheimnisvollen Park, hier Menschen, die einem Hochseilartisten im Zirkus gebannt zuschauen. Warum ziehen einen diese Werke des Malers August Macke so magisch an?

Mit scharfem Auge, Stift und Papier könnt Ihr es vor den Originalen selbst herausfinden.
Gemeinsam sprechen wir über eure Entdeckungen!

FÜHRUNGEN FÜR GRUNDSCHULEN

2
Die Natur „durchfreuen“

Entdeckt mit uns die farbenfrohen Gemälde des Malers August Macke.
Sein Ziel war nicht die realistische Wiedergabe des Gesehenen wie z.B. auf einem Foto. Vielmehr wollte er sein lebensbejahendes Grundgefühl durch kräftige Farben und vereinfachte Formen zum Ausdruck zu bringen.

Ihr seid herzlich dazu eingeladen euer Lieblingswerk der Ausstellung zu entdecken, zu skizzieren, oder in einem Workshop auszuprobieren, einmal anders als gewohnt zu malen.

FÜHRUNGEN FÜR SEK II

3
Alles Paradies, oder was?

Anhand zahlreicher Werke des Malers August Macke und der sog. „Rheinischen Expressionisten“ werden sowohl Gemeinsamkeiten, als auch Unterschiede ihrer zunehmend abstrahierten Bildsprache - auch im Kontext der Vertreter der „Brücke“ und des „Blauen Reiters“ – unmittelbar vor dem 1. Weltkrieg, deutlich.

Die Schüler*innen sind dazu eingeladen selbst forschend herauszufinden, welche Rolle das Motiv des Paradieses und seiner Umsetzung für die Künstler*innen spielt.

FÜHRUNGEN FÜR SEK I + SEK II

4
Künstler-Connection

Selten geht ein Künstler neue Wege ganz allein, so auch Macke nicht. Hier kann man anhand seiner Werke und schriftlicher Zeugnisse erkennen, wer mit wem im Austausch stand, wo Gemeinsamkeiten, aber auch differierende bis gegensätzliche Positionen deutlich werden. 

WORKSHOPS FÜR SEK I + II

A
Farbige Formen- Abstrakte Muster

Spielerisches Entwickeln einer eigenen Formensprache, angeregt durch Musik; Flüssigfarbe, Ölkreide oder Edding auf weißer Pappe 

WORKSHOPS FÜR SEK I + II

B
Bildparaphrase

mit div. Farbmaterialien und Bildträgern, nach Skizze vorm Original als Kompositionsgerüst; Abstraktionsgrad und Farbwahl nach Maßgabe eigener seelisch-geistiger Befindlichkeit

WORKSHOPS für SEK I ab Klasse 9 bis SEK II

C
Kreatives Schreiben

Kreatives Schreiben nach versch. Schreibmethoden
(z.B. fiktiver Brief/ Reisebericht nach Anschauung eines Bildes der Tunisreise Mackes u.v.m.); Gruppenarbeit mit Einzelvortrag vor Bildoriginalen

WORKSHOPS FÜR SEK I ab Klasse 9 bis SEK II

D
„Mantel, Hut und Stola“

Szenische Nachstellung eines Macke-Bildes und fotografische Dokumentation mit dem Handy; Gruppenarbeit

WORKSHOPS FÜR GS bis SEK I Klasse 6

E
„Mein Lieblingsbild“

Malerisches Nachschöpfen eines Werkes nach Skizze vor frei gewähltem Original in Ölkreide auf Pappe oder Papier

Darüber hinaus bietet das Team der Bildung und Vermittlung viele altersgerechte Führungen und Workshops zu den unterschiedlichen Themen der Sammlungen und weiterer Sonderausstellungen an.

Kooperationspartner

Förderer und Kulturpartner

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