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MuWi digital — Hier kommt unsere App

Unsere Museums-App. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Mehr erzählen, mehr zeigen,
mehr erfahren, mehr wissen!

In unserem wunderbaren Haus stehen die Objekte im Vordergrund und dürfen wirken. Das können sie auch! Sehen und empfinden sind die wichtigsten Werkzeuge, mit denen sich jeder Besucher unser Museum erschließen kann. Der Rest kommt von alleine – davon sind wir überzeugt. Doch wir, die geschulten Mitarbeiter*innen des Museums, schauen mit viel Vorwissen auf unsere Sammlungen oder bringen jahrelange Erfahrungen aus unseren spezifischen Bereichen mit. Aber wie ist das mit unseren Besucher*innen? Was erwarten sie von einem Besuch in der Welt von Kunst und Natur mitten in der Landeshauptstadt Hessens?

Das Eintauchen in die heimischen oder auch exotischen Welten der naturhistorischen Sammlung gelingt meist ohne Hindernis, so gibt es ja vielfach Wiedererkennbares. Und trotzdem bleiben viele Fragen offen. Welche Tiere stecken denn nun in den üppig gestalteten Dioramen? Leben die Tiere auch hier? Was fressen sie überhaupt? Machen sie Winterschlaf? Wann sind sie in die Sammlung gekommen? Wie alt sind die Präparate? Sind die Tiere wirklich mal lebendig gewesen? So eingängig Flora und Fauna auf den ersten Blick auch erscheinen mag, so vielfältig sind doch die Fragen, die bei genauerem Betrachten entstehen. Das gleiche erleben Besucher*innen in der Kunst: ein Farbrausch unter den Expressionisten, (Ab-)Bildhaftes bei den Alten Meistern, Greifbares und Assoziatives beflügeln die Gedanken in der Gegenwartskunst. Eine Haltung oder eine Position zu dem Gesehenen zu entwickeln gelingt recht leicht. Im einfachsten Falle ein „Like“ oder „Dislike“ und das Auge schweift weiter. Nach einem ersten Rausch der Sinne folgen auch hier die Fragen: Was steckt hinter den Spiegeln im Oktogon? Was ist eine Heimsuchung? Und warum ausgerechnet Wiesbadener Heimsuchung? Wieso malt Beckmann eigentlich Kühe? Kann ich wirklich in den Roten Waggon reingehen? Um unseren Besucher*innen Antworten zu bieten, könnten wir lange Schilder, Textbanner oder Handzettel bereitstellen. Doch das steht unserem obersten Credo entgegen, dass wir das Objekt ja in den Mittelpunkt rücken und für sich wirken lassen wollen.  

 

Gestaltungseindrücke der Museums-App. Foto: Kuldig, Droidsolutions
Gestaltungseindrücke der Museums-App. Foto: Kuldig, Droidsolutions

Wie alles begann

Mit dieser Erkenntnis blieb uns nur ein Ausweg: Wir gehen in die digitale Welt!

Hier können wir unser Wissen bereitstellen – ohne den physischen Ort zu überfrachten und vor allem ohne die Wirkung der Kunst- oder Naturobjekte zu stören. Jeder unserer Besucher*innen kann selbst über die Menge und Tiefe der Informationen bestimmen, die man sich – zu wie vielen Objekten auch immer – ansehen möchte. Wir trafen diese Entscheidung 2016 und entwickelten eine erste „Museum Wiesbaden“-App.

Von Anfang an war klar, dass sie sowohl zum Hören als auch zum Lesen sein sollte. Bilder, gerne auch Vergleichsabbildungen, sollten darin unbedingt enthalten sein. Zur Ausstellung Caravaggios Erben gab es die Premiere. Zusätzlich zu unseren Audioguide-Geräten nutzten die Besucher*innen zahlreich das Angebot und verwendeten ihr eigenes Smartphone für einen Rundgang durch die Ausstellung. Kurz darauf entstand die nächste App in Kooperation mit hr2-kultur und Frank Witzel, dem Preisträger der Wiesbadener Literaturtage 2017. Die Wiesbadener Heimsuchung ist ein Erlebnisrundgang, der mit dem Literaten sehr persönlich in die Welt des Museum Wiesbaden führt.

Diese erste App war zwar gut gelungen, doch technisch entsprach sie noch nicht ganz dem Format, das wir uns wünschten, um vollumfänglich alle Formate auszuschöpfen. Daher haben wir in einem größeren Projekt, das durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wurde, seit 2018 eine neue Museums-App von der Firma Droidsolutions aus Leipzig entwickeln lassen. Diese App kann nun wirklich mehr als nur ein Audioguide auf dem eigenen Smartphone sein. Die Liveschaltung erfolgte mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung Jugendstil. Schenkung F. W. Neess. Insbesondere diese Ausstellung kann dieses neue digitale Format voll auskosten. Da die Objekte aus dem privaten Kontext eines Sammlers in die museale Umgebung überführt wurden, lag es auf der Hand, diese Ensembles weitgehend zu erhalten. Natürlich wäre es störend gewesen, hier nun plötzlich zahlreiche Erklärtafeln anzubringen oder Hefte mit Erläuterungen zu drucken. Mal abgesehen davon, dass dies alles andere als nachhaltig gewesen wäre, bot hier das digitale Format einen großen Raum der Entfaltung: Also entwickelten wir gleich mehrere Formate, auch in Deutsch und Englisch, und erstmals eine Tour für junge Menschen. In dieser findet sich das zeichnerische Element wieder, dem in unserem Hause eine besondere Bedeutung zukommt. Wer sich zeichnerisch Unbekanntem nähert, findet einen leichteren Zugang. So haben wir es vorgemacht und Zeichnungen animiert, um das Werden eines Objekts spielerisch aufzugreifen.

In den Beiträgen erfahren die Besucher*innen so viel mehr spannende Dinge, die vorab vielleicht gar nicht zu erahnen waren: Wie viele Holzarten ein Jugendstil-Künstler in seiner Werkstatt auf Lager hatte oder wie die Ideen der Freikörperkultur oder des Vegetarismus Einfluss auf die Kunst nahmen. Warum tanzen die Paradiesvögel überhaupt? Und wieso ist unser Eisbär ein ganz besonders „lebensechtes“ Präparat?

Diese und viele andere Ideen und Anregungen stecken als Wissensschatz in den Köpfen unseres Museums. Die App biete die Möglichkeit, viele dieser bereichernden Gedanken für unsere Besucher*innen bereitzustellen, damit der Wissenshunger so weit wie möglich gestillt werden kann. Es ist die Entwicklung eines individuellen Besuchererlebnisses, die wir als Service an unsere Gäste verstehen.

 

Fortsetzung folgt...

Wir sind mit unserer App noch lange nicht am Ende. Dem individuellen Besuchererlebnis sind noch immer Grenzen gesetzt. Wir möchten diese so weit wie möglich abbauen und den Besucher*in optimal auf den Besuch im Museum Wiesbaden vorbereiten. Ebenso möchten wir das Nachbereiten des Ausstellungsbesuchs ermöglichen, indem wir viele der Angebote auch offline vorhalten. Bleiben Sie also gespannt, was sich weiterentwickelt und vor allem: Werden Sie Teil der digitalen Welt im Museum Wiesbaden.

Rebecca Krämer M.A.
Kuratorin Digitale Sammlung

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Diese steht im Google Play Store und im App Store zum Download bereit.

 

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