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Lebensmenschen

Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin

13 Mär — 12 Jul 20

Alexej von Jawlensky, Turandot I (Ausschnitt), 1912 Privatsammlung, Foto: Privat

„Die Bekanntschaft sollte mein Leben ändern. Ich wurde der Freund von ihr, von dieser klugen, genial begabten Frau“

Alexej von Jawlensky in seinen Lebenserinnerungen an seine erste Begegnung mit Marianne von Werefkin, 1892

In der vom Lenbachhaus München und dem Museum Wiesbaden in enger Kooperation konzipierten Ausstellung „Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ werden die individuellen künstlerischen Werdegänge beider Persönlichkeiten verfolgt, zueinander in Beziehung gesetzt und mit ihren ständig in Veränderung begriffenen privaten Verhältnissen in Verbindung gebracht.

in Kooperation mit

Alexej von Jawlensky Archiv, Locarno, CH
Fondazione Marianne Werefkin, Ascona, CH

Weitere Stationen

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 20 Okt 2019 – 16 Feb 2020

Museo Comunale d’Arte Moderna Ascona, 2 Aug – 8 Nov 2020

Trailer zur Ausstellung

„Ich konnte und kann immer in allem das Gute sehen, auch jetzt und hier sammele ich Eindrücke, die mir sicherlich bis an mein Lebensende bleiben. Aber ob mit der Feder oder mit dem Pinsel, ich möchte das alles mit Dir teilen, weil Du auf der ganzen Welt der einzige bist, für den ich denken und fühlen möchte.“

Dies schrieb Marianne von Werefkin 1909 aus Litauen an Jawlensky in München.

Wegweisendes Künstlerpaar der Avantgarde

Marianne von Werefkin, Selbstbildnis mit Matrosenbluse, 1893, Fondazione Marianne Werefkin, Museo Comunale d´Arte Moderna, Ascona
Marianne von Werefkin, Selbstbildnis mit Matrosenbluse, 1893, Fondazione Marianne Werefkin, Museo Comunale d´Arte Moderna, Ascona

Alexej von Jawlensky (1864—1941) und Marianne von Werefkin (1860—1938) sind in den Kanon der Kunstgeschichte als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde eingegangen. Mit der von ihnen 1909 initiierten Gründung der „Neuen Künstlervereinigung München“,  aus der zwei Jahre darauf der „Blaue Reiter“ hervorgegangen ist, haben sie nicht nur als Vordenkerin (Werefkin) und malerischer Impulsgeber (Jawlensky) dieser Vereinigungen die Moderne vorangetrieben, sondern auch jeder für sich und zusammen als Paar einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kunst am Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet.

Alexej von Jawlensky, Stillleben mit Samowar, 1901. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert. Erworben 2018 mit Mitteln der Hessischen Kulturstiftung und Unterstützung der Freunde des Museums Wiesbaden e. V.
Alexej von Jawlensky, Stillleben mit Samowar, 1901. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert. Erworben 2018 mit Mitteln der Hessischen Kulturstiftung und Unterstützung der Freunde des Museums Wiesbaden e. V.

Bemerkenswert ist aus diesem Grund, dass ihre Bedeutung bislang lediglich innerhalb dieser Vereinigungen beleuchtet oder in Einzelausstellungen gewürdigt wurde, sie aber als private wie künstlerische „Partner“, die sie über 25 Jahre (1892—1921) gewesen sind, noch nicht ge-meinsam und explizit vorgestellt wurden.
In der vom Museum Wiesbaden und dem Lenbachhaus München in enger Kooperation konzipierten Ausstellung werden die individuellen künstlerischen Werdegänge (Sankt Petersburg, München, Murnau, Schweiz) beider Persönlichkeiten verfolgt, zueinander in Beziehung gesetzt und mit ihren ständig in Veränderung begriffenen privaten Verhältnissen in Verbindung gebracht.

Ja, Freund, ich lebe noch, und ich bin, was ich immer war, Künstler“

Marianne von Werefkin, Briefe an einen Unbekannten, 1903

Narrative Figurenbilder von Marianne von Werefkin

Marianne von Werefkin, Liebeswirbel, um 1917. Erben Diego und Carmen Hamann, Zürich, Dauerleihgabe im Museo Comunale d´Arte Moderna, Ascona
Marianne von Werefkin, Liebeswirbel, um 1917. Erben Diego und Carmen Hamann, Zürich, Dauerleihgabe im Museo Comunale d´Arte Moderna, Ascona
Marianne von Werefkin, Zirkus / Vor der Vorstellung, 1908/1910. Leopold-Hösch-Museum & Papiermuseum Düren
Marianne von Werefkin, Zirkus / Vor der Vorstellung, 1908/1910. Leopold-Hösch-Museum & Papiermuseum Düren
Marianne von Werefkin, Ave Maria, um 1927, Fondazione Marianne Werefkin, Museo Comunale d´Arte Moderna, Ascona
Marianne von Werefkin, Ave Maria, um 1927, Fondazione Marianne Werefkin, Museo Comunale d´Arte Moderna, Ascona

Der Begriff „Lebensmenschen“ deutet die zu keinem Zeitpunkt einfache, vielmehr hochkomplexe, intensive, zwischenmenschliche Beziehung der beiden starken Künstlerpersönlichkeiten zueinander an. Sie ging (auch und gerade aufgrund des gemeinsamen künstlerischen Weges, den sie — allerdings jeder auf seine Weise — zurückgelegt haben) weit über eine Partnerschaft im gewöhnlichen Sinne hinaus. Zudem bestand weiterhin eine innere Verbundenheit nach der endgültigen Trennung im Jahr 1921, ohne dass Jawlensky und Werefkin direkten Kontakt hatten. Auch als sie ihre Partnerschaft aufgegeben hatten, blieben sie — wohl aufgrund dieser gemeinsam erlebten, sie gegenseitig künstlerisch wie persönlich stark prägenden Jahre — von höchster Bedeutung füreinander. Sie waren Menschen fürs Leben, nicht nur für die Jahre der Partnerschaft, die ohnehin nur schwer zu bestimmen sind. Denn kaum einzugrenzen ist bis heute, ab welchem Zeitpunkt sie Bekannte, Freunde, Geliebte, Partner oder nebeneinander her lebende Kollegen waren. Als Jawlensky 17 Jahre nach der ‚Trennung‘ im Februar 1938 vom Tod Werefkins, seines ‚Lebensmenschen‘, erfuhr, habe ihn „die traurige Nachricht … tief erschüttert“ und es sei „schwer“ gewesen, „ihn zu trösten“. Lily Klee, die Frau des Malers Paul Klee, charakterisierte in ihren Erinnerungen sehr treffend „deren Verhältnis“, das „keine Ehe war“, als „eine erotisch platonische Freundschaftsliebe.“

„Ich bin die Baronin von Werefkin. Ich war mit den großen Malern meines Jahrhunderts befreundet, Kandinsky, Jawlensky, merken Sie sich die Namen. Sie hatten Mut zum Neuen.“

Marianne von Werefkin zu Hans Sahl, eine Erinnerung an eine Begegnung in Ascona vor 1930

Porträts und Köpfe von Alexej von Jawlensky

Alexej von Jawlensky, Mädchen mit Pfingstrosen, 1909 Von der Heydt-Museum Wuppertal / Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal
Alexej von Jawlensky, Mädchen mit Pfingstrosen, 1909 Von der Heydt-Museum Wuppertal / Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal
Alexej von Jawlensky, Abstrakter Kopf: Liebe, 1925, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Alexej von Jawlensky, Abstrakter Kopf: Liebe, 1925, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Alexej von Jawlensky, Turandot I, 1912 Privatsammlung, Foto: Privat
Alexej von Jawlensky, Turandot I, 1912 Privatsammlung, Foto: Privat
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht: Erwartung, 1917, Museum Wiesbaden
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht: Erwartung, 1917, Museum Wiesbaden
Alexej von Jawlensky, Spanierin, 1913, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Alexej von Jawlensky, Spanierin, 1913, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Historische Fotoaufnahmen aus der Zeit

Alexej von Jawlensky, Clotilde von Derp, Marianne von Werefkin und Alexander Sacharoff, 1914, Foto: Alexej von Jawlensky-Archiv S.A., Muralto
Alexej von Jawlensky, Clotilde von Derp, Marianne von Werefkin und Alexander Sacharoff, 1914, Foto: Alexej von Jawlensky-Archiv S.A., Muralto
Dmitrij Kardowsky, Marianne von Werefkin, Igor Grabar und Alexej von Jawlensky in München, um 1900. Foto: Alexej von Jawlensky-Archiv S.A. Muralto
Dmitrij Kardowsky, Marianne von Werefkin, Igor Grabar und Alexej von Jawlensky in München, um 1900. Foto: Alexej von Jawlensky-Archiv S.A. Muralto
Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky in ihrem Atelier auf Gut Blagodat, 1893, Foto: Alexej von Jawlensky-Archiv S.A., Muralto
Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky in ihrem Atelier auf Gut Blagodat, 1893, Foto: Alexej von Jawlensky-Archiv S.A., Muralto

Kalender

Mär 20

Do 12
19:00 —21:00
ERÖFFNUNG

Lebens­men­schen

Jawlensky und Weref­kin
Alexej von Jawlensky, Turandot I (Ausschnitt), 1912 Privatsammlung, Foto: Privat

In der vom Lenbach­haus München und dem Museum Wies­ba­den in enger Koope­ra­tion konzi­pier­ten Auss­tel­lung „Lebens­men­schen. Alexej von Jawlensky und Mari­anne von Weref­kin“ werden die indi­vi­du­el­len künst­le­ri­schen Werde­gänge beider Persön­lich­kei­ten verfolgt, zuein­an­der in Bezie­hung gesetzt und mit ihren stän­dig in Verän­de­rung begrif­fe­nen priva­ten Verhält­nis­sen in Verbin­dung gebracht.

in Koope­ra­tion mit
Alexej von Jawlensky Archiv, Locarno, CH
Fonda­zione Mari­anne Weref­kin, Ascona, CH

Wir laden Sie und Ihre Beglei­tung herz­­lich zur Eröff­­nung ein. Eintritt ist frei

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