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Seit Urzeiten bis vor etwa 200 Jahren wurden Farbpigmente für die Malerei fast ausschließlich aus farbigen Steinen und Erden hergestellt. Stefan Muntwyler erforscht die Maleigenschaften von solchen Farberden, natürlichen und künstlichen Pigmenten. Sein Atelier ist eine Farbküche, in der er immer wieder Farbrezepte ausprobiert. Ihn interessieren die Farbwirkungen der reinen ungemischten Farben, die immer einem Gestein, einem Mineral oder einem künstlichen Pigment zuzuordnen sind.

Im Kabinettraum der Naturhistorischen Sammlungen zeigt Stefan Muntwyler Studien mit Ultramarin: 12 Arbeiten mit natürlichem Ultramarin aus Lapislazuli und 12 verschiedene künstliche Ultramarinpigmente. Kontrastiert werden die reinen blauen bis violetten Farbtöne von den erdigen Farben, die Muntwyler seit mehreren Jahrzehnten aus einer stillgelegten Bauxitgrube in Süditalien gewinnt. Tiefste Rottöne, Ockerfarben und auch Grüntöne trägt er in dünnen Lasurfarben auf einen tuffartigen weichen Kalkstein, den Pietra Leccese, auf. Der ebenfalls in Apulien abgebaute Stein mit fossilen Einschlüssen von Muscheln und Haifischzähnen ist mit seinem honigwarmen, sehr hellen Farbton für ihn der ideale Farbträger der Farberden von Otranto.

Alle Aufnahmen: Peter Quirin

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