22 Mai 26 — 17 Jan 27
Georg Lührig, Wanderer I: Erziehung des Menschen zur Kultur, 1904, Privatbesitz
Wiesbadener Tagblatt, 5. März 1909
Viel zu lange war Georg Lührig (1868—1957) ein vergessener Künstler Dresdens. Obwohl in Göttingen geboren, lebte er fast fünf Jahrzehnte an der Elbe und wurde so zu einem „Meister in Dresden“. Zusammen mit Hans Unger, Sascha Schneider, Oskar Zwintscher und Richard Müller brachte er Jugendstil und Symbolismus in eine eigenständige, geheimnisvolle Bildsprache, die heute wiederentdeckt werden kann.
Lührig experimentierte in Landschaften, Tierdarstellungen und Porträts mit Kohle, Bleistift, Aquarell und Lithografie. Berühmt waren seine monumentalen Fresken und Wandbilder für öffentliche Gebäude (1904—1932), die 1945 zerstört wurden. Dank eines umfangreichen Nachlasses, den seine Erben dem Museum übergaben, können diese Werke nun über großformatige Vorzeichnungen und Ölstudien „wiederauferstehen“. Aufwändig restauriert und begleitet von digitaler Animation, stehen sie im Mittelpunkt der Ausstellung.
Ein weiteres Highlight sind seine Arbeiten aus Rumänien, das er von 1897 bis Ende der 1920er Jahre immer wieder besuchte: bislang unveröffentlichte Papierarbeiten, Lithografien, Radierungen und Aquarelle zeigen die Meisterschaft des Künstlers, der von Kindheit an vom Zeichnen besessen war. Trotz seiner Ausbildung an der Kunstakademie München (1885—1889) verstand er sich zeitlebens als Autodidakt — eine Haltung, die auch seine Lehrtätigkeit an der Dresdner Kunstakademie (1916—1934) prägte.
Die Ausstellung würdigt Georg Lührigs umfangreiches Lebenswerk und holt einen Künstler zurück ins Gedächtnis, der längst die Anerkennung verdient, die ihm bislang verwehrt blieb.
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Märchenwälder, rosenumrankte Menschen und ein Pelikan
(1. bis 6. Klasse)
Kommt mit auf einen Rundgang und entdeckt die geheimnisvollen Bildwelten des Künstlers Georg Lührig. Was waren seine Ideen und warum hat er so genau gemalt? Gemeinsam finden wir es heraus!
Die geheimnisvollen Werke des Georg Lührig
( 9. Klasse bis Sek II)
Von der genauen Naturbeobachtung, ihrer symbolistischen Erhöhung und Verdichtung bis hin zu einer märchenhafter Bildsprache, reicht der Bogen seiner Malerei, seinen Lithographien und Zeichnungen. Mit diesem Führungsangebot laden wir die Schüler und Schülerinnen ein diesen vielseitigen Künstler und sein Werk durch genaue Bildbetrachtung zu entschlüsseln.
Schau genau — male Dein Lieblingstier!
(1. bis 13. Klasse)
Ausgehend von Lührigs „Pelikanbild“ kannst Du Dir in der Naturabteilung Dein Lieblingstier aussuchen, mit dem Bleistift skizzieren und für die farbige Ausgestaltung im Atelier gerne auch ein Foto (ohne Blitz bitte!) von Deinem Tier machen.
Materialien: diverse Buntstifte auf Papier oder wasservermalbare Buntstifte auf Aquarellkarton
Atelierwerkstatt experimentell
(7. /8. Klasse bis Sek II)
Hier dürfen die SuS vor frei gewähltem Original in der Ausstellung Bildmotive des Künstlers skizzieren und danach im Atelier weiterbearbeiten und künstlerisch verfremden. Bitte wählen Sie für Ihre Klasse das gewünschtes Medium aus:
- Malerei mit Acrylfarbe auf Pappe
- Zeichnung in Bleistift, Kreidestift oder Zeichenkohle auf Papier oder Pappe
- Styrene-Druck auf farbigem Papier
Peter Forster, Kurator der Ausstellung