„Ophelia“ im Museum Wiesbaden

Taylor Swift machte ein Gemälde aus der Sammlung des Museum Wiesbaden mit ihrem neuen Musikvideo zu „The Fate of Ophelia“ über Nacht zum Star. In der ersten Sequenz des Clips schlüpft Swift selbst in die Rolle der tragischen Figur der Ophelia aus Shakespeares Stück Hamlet. Dabei orientierte sie sich, wie der direkte Vergleich deutlich zeigt, an der malerischen Vorlage des deutschen Künstlers Theodor Heyser.

Das Museum Wiesbaden feierte dies mit einem Event am So., 2. November 2025 sowie einem Suchspiel für Swift- und Kunstfans, bei dem Besucher:innen ab dem 13. November 2025 Bezüge zwischen Songtiteln der Künstlerin und Stücken aus der Sammlung des Museums entdecken können. 

Aktuelles

Ophelia im Onlineshop

Das Motiv gibt es jetzt auf ausgewählten Shop-Artikeln.

Der Online-Shop arbeitet nach dem Prinzip der bedarfsgerechten Produktion: Alle Produkte werden erst nach Bestellung gefertigt, um Überproduktion zu vermeiden. Zur Auswahl stehen u.a. Tassen, T-Shirts, Poster sowie bedruckte Leinwände in verschiedenen Formaten.

Zusätzlich sind T-Shirts, Poster und Beutel weiterhin vor Ort im Museumsshop des Museum Wiesbaden erhältlich.

Und hier geht es in den Shop

The Swiftie Tour 

Die kostenfreie Schnitzeljagd führt Gäste durch die Dauerausstellungen zu Kunst und Natur, in denen verschiedene Hinweise, sogenannte „Easter Eggs“, entdeckt werden können. Das Suchspiel ist inspiriert von beliebten Songtiteln.

Teilnehmende erhalten einen Swiftie-Flyer in der Selfie-Ecke im Erdgeschoss und begeben sich anschließend individuell auf Tour. Die Teilnahme ermöglicht die Beteiligung an einem Gewinnspiel: An jedem folgenden 13. eines Monats wird unter allen richtigen Antworten ein Swiftie-Package aus dem Museumsshop verlost.

© Titelmotiv: www.q-home.de
© Titelmotiv: www.q-home.de

Führungen und Veranstaltungen

Foto: Museum Wiesbaden / Christoph Boeckheler
Foto: Museum Wiesbaden / Christoph Boeckheler

Freier Samstag: Ophelia erleben und selbst kreativ werden

Am Samstag, den 7. Februar 2026, lädt der Freie Samstag zu einem abwechslungsreichen Programm rund um Ophelia ein. Am Maltisch „Ophelia’s Blumen“ besteht die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden.

Zusätzlich finden zwei Kinderführungen zum Thema „Ophelia im Jugendstil — Taylor Swift Spezial“ statt.
12:00–12:30 Uhr: ausgebucht!
12:45–13:15 Uhr: letzte Plätze verfügbar
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nehmen kostenfrei teil, Erwachsene zahlen 3 €.

„Ophelia“ in der MuWi App

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Ophelia und die Highlights der Kunst in Deutscher Gebärdensprache sowie in Leichter Sprache entdecken. 

Rückblick

Das Swiftie-Event 

Am Sonntag, 2. November feierten rund 200 Swifties und Kunstfans die Musik der Künstlerin und konnten bei einem Vortrag mit Kunstvermittlerin Ann-Katrin Spieß die spannenden Bezüge zwischen Heysers Gemälde, literarischer Vorlage und Musikvideo entdecken.

Fotos: Museum Wiesbaden / Christoph Boeckheler

Kunstgeschichte trifft Popkultur

Der 1857 im mecklenburgischen Gnoien geborene Friedrich Heyser gehörte bisher nicht zu den bekannten Künstler:innen des deutschen Jugendstils und Symbolismus. Das änderte sich schlagartig, als Sängerin Taylor Swift im Oktober 2025 in ihrem Musikvideo „The Fate of Ophelia“ auf Heysers Gemälde Bezug nahm. In der Eröffnungsszene stellt sie dessen Komposition als sogenanntes „lebendes Bild“ (Tableau Vivant) nach — und erweckt das Werk damit auf eindrucksvolle Weise zum Leben.

Friedrich Heyser studierte von 1880 bis 1883 an der Königlichen Kunstakademie in Dresden bei Leon Pohle und Paul Mohn, anschließend von 1883 bis 1885 bei Ferdinand Keller in Karlsruhe. 1890 folgte ein kurzer Studienaufenthalt an der Pariser Académie Julian. Heyser war Mitglied der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft sowie der um 1910 in Dresden entstandenen Künstlergruppe Grün-Weiß.

Von dem 1921 in Dresden verstorbenen Friedrich Heyser besitzt das Museum Wiesbaden dank der Schenkung F. W. Neess eine eindrucksvolle Darstellung der auf dem Wasser treibenden „Ophelia“, umgeben von weißen Seerosen.

Die Szene stammt aus William Shakespeares Hamlet und wurde 1852 vom englischen Maler John Everett Millais, einem Vertreter der sogenannten Präraffaeliten — einer Künstlergruppe, die sich an der Kunst vor Raphael orientierte — berühmt umgesetzt. Seine „Ophelia“ gilt als die wohl bekannteste Darstellung dieses Motivs.

Etwa fünfzig Jahre später griff Heyser das Thema erneut auf und schuf eine eigenständige, geheimnisvolle Neuinterpretation. Sein wahrscheinlich um 1900 entstandenes Querformat bezieht sich in der Komposition deutlich auf das Werk von Millais, verwandelt es jedoch in
die Darstellung einer jugendlichen Schönheit, die im Kreislauf von Leben und Vergänglichkeit aufgeht. Die Popularität der Präraffaeliten — mit
ihrer einzigartigen Verbindung von Natur und Ornament — prägte viele  Künstler:innen des Jugendstils und fand auch in Heysers Werk ihren Widerhall.

Das Gemälde stammt nach Angaben des Erwerbers aus einer Trilogie und bildete möglicherweise den Mittelteil einer mondänen Salonausstattung. Auch in der Gestaltung der sie umgebenden Natur zeigt sich Heyser äußerst textsicher und setzt diese Shakespeare-gerecht um.

Für Taylor Swift war die im Wasser treibende, in symbolisches Weiß gehüllte Gestalt der Ophelia der Ausgangspunkt für die visuelle Umsetzung ihres Songs. Sie überträgt das im Gemälde Gesehene in die Bildsprache ihres Musikvideos — und verbindet damit Kunst und Musik auf besondere Weise. So wird das Museum Wiesbaden für Swifties zu einem besonderen Ort: Hier können sie dem künstlerischen Denken ihres Stars ganz nah kommen.

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